MY PODCAST EXPERIENCE

In 2020 habe ich laut Spotify über 48.000 Minuten Podcast gehört. Holy sh*t. Das sind über zwei Stunden pro Tag. Man könnte meinen, ich würde dieses Medium mögen. Hier meine Perspektive als Konsument und neuerdings auch als Podcast-Host.

Wisst ihr noch damals, als man viele Euro in die Hand nehmen musste, um einmal die Gelegenheit zu haben, einem führenden Forscher:in, Wissenschaftler:in oder ähnlichen Expert:innen. zu lauschen? Als es neben Büchern kaum Möglichkeiten gab, einen Blick in die Gedankenwelt der Vordenker:innen dieses Planeten zu werfen – es sei denn, man hat viel Geld dafür in die Hand genommen? Kurze Gedankenstütze: Die Studiengebühren an einer ordentlichen amerikanischen Uni betragen 5.000$/Monat. Podcasts haben den Zugang zu Wissen ein Stück weit demokratisiert. Gäbe es sie nicht, hätte ich vermutlich nie die Gelegenheit bekommen, von den besten meines Fachs zu lernen. Durch das Medium Podcast habe ich aber das Gefühl, viel über die Glaubenssätze und Erfahrungswerte von Tarek Müller, Pip Klöckner, Scott Galloway, Adam Grant, Benedikt Herles, Florian Heinemann und vielen weiteren Vordenker:innen gelernt zu haben. Nie war so viel wertvolles Wissen so leicht zugänglich, Jeder, der dieses Medium nicht für sich nutzt, lässt aus meiner Sicht extrem viel Potenzial liegen. Wer sich für Marketing, Innovation, Wirtschaft oder Digitales interessiert, dem empfehle ich folgende Podcasts.

So viel zum passiven Konsum von Podcasts. Nun zum aktiveren Part, denn seit einiger Zeit bin ich auch Gastgeber des Podcasts “Vordenker by Open Innovation City”, bei dem ich mich mit den smartesten Köpfen über Innovationen und Fortschritt in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen unterhalte. Erstes Learning schon nach dem allerersten Gespräch: Ich habe die Aufgabe unterschätzt. Unabhängig davon, wie rhetorisch beschlagen man ist, erfordert es eine Menge Mut und Souveränität, sich offensiv in Podcasts zu äußern und im Zweifel auch kontroverse Beiträge beizusteuern, die dann auf ewig im Netz landen. Das führte dazu, dass ich mich in meinem ersten Interview eher defensiv verhalten habe und dem Gast vielleicht sogar zu viel Raum gegeben habe. Das gehe ich seitdem an und merke, dass es mir mit jedem Gespräch leichter fällt. Mir gefällt außerdem die Challenge, sich mit absoluten Expert:innen über Dinge zu unterhalten, die thematisch teilweise entfernt von mir sind. Mit Dr. Jörg Dräger (Vorstand Bertelsmann Stiftung) habe ich mich unter anderem über die Zukunft des Bildungssystems in Deutschland oder über das Thema Künstliche Intelligenz unterhalten. Mit Dräger, der bei beiden Themen als deutschlandweiter Experte gilt, über diese Themen zu diskutieren, erforderte also einiges an Vorbereitung, was mir aber letztlich gänzlich neue Perspektiven auf beide Themenbereiche beschert hat. Ergo: Ich bin dankbar, dass ich diesen Podcast machen darf, viele spannenden Menschen kennenlernen kann und mit jedem Gespräch etwas dazulerne. Dies wird in jedem Fall nicht der letzte Beitrag zum Thema Podcasts sein. Spätestens wenn mir ein zukünftiges Gespräch im Besonderen am Herzen liegt, werde ich mich hier wieder zu meinem Lieblingsmedium äußern.

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